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Je oller, je doller!

Was unterscheidet den „normalen“ Breitensportler von einem Orientierungsläufer? Der normale Breitensportler lässt es ab dem 35. Lebensjahr etwas gemütlicher angehen, der OLer hingegen läutet mit 35 die zweite Sportlerphase in seinem Leben ein. Wer den Beweis suchen wollte, hätte Mitte Juli ins dänische Farum, ca. 25 Kilometer von Kopenhagen entfernt, fahren müssen. Dort – direkt vor der deutschen Haustür – fanden in diesem Jahr die Seniorenweltmeisterschaften im OL statt.

Insgesamt gingen 4.188 Teilnehmer aus 47 Ländern an den Start. Die zahlenmäßig stärksten Altersklassen waren bei den Damen die Klassen „Bis 60 Jahre“ und „Bis 65 Jahre“ mit je 245 Starterinnen, bei den Herren die Klasse „Bis 70 Jahre“ mit 419 Startern. Von den 142 Startern aus Deutschland kamen acht vom Hauptstadt-Club IHW Alex. Den Herausforderungen der zum Teil sehr speziellen Laufgebiete stellten sich: Irina Wollmerstaedt (D 35), Stephan Haenelt (H 35), Udo Lange (H 45), Raik Zschaeckel (H 50), Uwe Jürgens (H 60), Familie Walter: Bernd (H 75), Ingrid (D 75), Harald (H 45) und Volker (H 40).
 

Gestartet wurde in zwei Disziplinen: Klassisch (Mittel- und Langdistanz) und Sprint - jeweils mit Qualifikations- und Finalläufen. Die Kulisse des Sprintfinales bildeten unter anderem der Hafen und die Innenhöfe des königlichen Schlosses in Kopenhagen. Die Finalläufe in den klassischen Disziplinen fanden an der Nordküste in Tisvilde (Mitteldistanz) und über die Langdistanz in Gribskov, Dänemarks zweitgrößtem zusammenhängenden Waldstück, statt. A-Finalläufe erreichten: Raik (im Sprint mit einem herausragenden 8. Platz!), Ingrid (Sprint, 19. Platz) und Irina (Middle, 31. Platz). Stark auch die dritten Plätze in den B-Finalläufen von Irina (Sprint) und Raik (Langdistanz.)

Fazit von allen Beteiligten: „Det har været meget dejligt her!“ (freie Umschreibung für: „Schöne Wälder, schöne Karten, schönes Wetter = schöne Zeit!)

PS. Für Statistik-Feinschmecker: Die ältesten Wettkämpferinnen und Wettkämpfer waren älter als 90 Jahre!

-- Text: Harald Walter, Fotos: Christiane Lang / Harald Walter